Die Anfänge des FC Olympia Fauerbach

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand der Fußballsport auch in der Wetterau zunehmend Anhänger. Nachdem bereits 1904 in Friedberg der Fußballclub „Merkur“ und 1906 in Bad Nauheim der Fußballclub „Viktoria“ gegründet worden waren, erreichte die neue Sportart bald auch Fauerbach. Junge Männer ließen sich vom Fußballfieber anstecken – sehr zum Missfallen mancher Vertreter der damaligen Turnerschaft, die dem „wilden Spiel“ zunächst skeptisch gegenüberstand.

Am 6. Juli 1909 war es schließlich so weit: Im Gasthaus Herold traf sich ein Kreis junger Sportbegeisterter und gründete den ersten Fußballclub in Friedberg-Fauerbach. Sie gaben ihm den Namen „Olympia“ – ein Name, der bis heute für sportlichen Ehrgeiz, Gemeinschaft und Zusammenhalt steht.

Zu den Gründern des Vereins gehörten:
Wilhelm Schmidt, Wilhelm Loth, Karl Schmidt, Albert Meisinger, Heinrich Thomas II., Anton Haas, August Kohlmeier, Georg Stumpf, Karl Sang und Georg Billasch.

Schon bald schlossen sich weitere Unterstützer an. Als Vereinsfarben wählte man Schwarz und Weiß. Durch freiwillige Spenden konnte die erste Ausrüstung angeschafft werden. Gespielt wurde zunächst auf einem brachliegenden Acker im sogenannten „Vorderfeld“ – dem heutigen Bahngelände nordwestlich des Güterbahnhofs. Tore mussten vor jedem Spiel aufgebaut und nach Abpfiff wieder abgetragen werden; Tornetze waren damals noch unbekannt.

Der Fußball setzte sich jedoch rasch durch. Auch ältere Mitbürger Fauerbachs fanden Gefallen am Spiel und unterstützten den jungen Verein. Eine überlieferte Anekdote erzählt von einer Mutter, die während eines Spiels ihrem Sohn zurief:
„Ei Karl, lass doch den annern auch e’ mal trete.“
Ein Sinnbild für die wachsende Akzeptanz des Fußballs in der Dorfgemeinschaft.

Am 3. August 1910 wurde im Gasthaus „Zur Loreley“, das später Vereinslokal wurde, der erste offizielle Vereinsvorstand gewählt. Jean Bauer übernahm das Amt des ersten Vorsitzenden. Ihm folgten:
Zweiter Vorsitzender: Heinrich Weiß
Schriftführer: Heinrich Ernst
Rechner: Karl Schmidt
Zeugwart: Heinrich Thomas
Erster Kapitän: Wilhelm Schmidt
Zweiter Kapitän: Otto Rau

Dem Zeugwart oblag es unter anderem, den Ball mehrfach wöchentlich einzufetten sowie die Torstangen instand zu halten – Aufgaben, die den Pioniergeist der frühen Vereinsjahre eindrucksvoll widerspiegeln.

Der FC Olympia Fauerbach entwickelte sich in einer Zeit des Umbruchs. Die Eisenbahntrasse und der heutige Bahnhof waren noch im Bau, Friedberg und Fauerbach befanden sich im Wandel. In dieser Phase wurde Olympia zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens und feierte bereits 1910 sein erstes Stiftungsfest.

Was als Idee einiger weniger begann, wurde zum Fundament eines Vereins, der bis heute für Leidenschaft, Zusammenhalt und ehrenamtliches Engagement steht.